Chris Anker Sörensen gewinnt erste Bergankunft
Winokurow behält im Nebel den Durchblick

16.05.2010 - Terminillo (dpa/rsn) - Alexander Winokurow hat beim 93. Giro d`Italia nach dem zweiten Wochenende wieder die Regie übernommen. Der Astana-Kapitän verteidigte bei der ersten Bergankunft Monte Terminillo als Tagesachter souverän sein Rosa Trikot, das er 24 Stunden zuvor dem gestürzten Italiener Vincenzo Nibali (Liquigas) abgenommen hatte.
Den Sieg im Ziel der 8. Etappe auf dem 1668 Meter hohen Monte Terminillo holte sich der Däne Chris Anker Sörensen (Saxo Bank) als Solist vor dem Italiener Simone Stortoni (Colnago/+0:30)) und dem Spanier Xavier Tondo (Cervélo TestTeam/+0:36).
Kurz vor der Favoritengruppe erreichten der Russe Evegni Petrov (Katjuscha/+0:49) und der starke Franzose John Gadret (Ag2r/(+0:55) das in 1.668 Metern Höhe gelegene Ziel. Der Italiener Damiano Cunego (Lampre) führte eine Sekunde hinter Gadret die erste Verfolgergruppe vor seinem Landsmann Stefano Garzelli (Acqua&Sapone) über die Ziellinie Winokurow wurde vor seinem schärfsten Konkurrenten Cadel Evans (BMC) Achter, gefolgt vom italienischen Liquigas-Duo Ivan Basso und Nibali.
In der Gesamtwertung führt Winokurow weiter mit 1:12 Minuten Vorsprung vor Evans. Nibali (+1:33) und Basso (+1:51) verbesserten sich nach dem „schwarzen Samstag“ wieder auf die Plätze drei und vier, gefolgt von ihrem Landsmann Marco Pinotti (HTC – Columbia/+2:17) und der bisherigen Überraschung des Giro, dem Australier Richie Porte (Saxo Bank/+2:26). Siebter ist der Russe Vladimir Karpets (Katjuscha/+2:34), Platz acht belegt Garzelli (2:47).
Einen bitteren Tag erlebte das Milram-Team. Zuerst stieg der Freiburger Fabian Wegmann wegen Rücken- und Beinbeschwerden vorzeitig aus, im 16 Kilometer langen und bis zu 12 Prozent steilen Schlussanstieg mussten sowohl Kapitän Linus Gerdemann als auch der Österreicher Thomas Rohregger abreißen lassen und verlor mehr als sieben Minuten.
Lange Zeit bestimmt hatte die Etappe eine große Spitzengruppe, die sich bei Kilometer 65 gebildet hatte. Unter den 17 Ausreißern waren unter anderem der spätere Sieger Sörensen, Stortoni, Petriov, die Franzosen David Moncoutié (Cofidis) und Thomas Voeckler (Bbox Bougyues Telecom), der Kolumbianer Rigoberto Uran (Caisse d'Epargne), der Schweizer Johann Tschopp (Bbox Bougyues Telecom) sowie der junge Österreicher Matthias Brändle (Footon-Servetto). Doch vor allem Cunegos Lampre-Team, das den Ausstieg von Sprinter Alessandro Petacchi zu vermelden hatte, sorgte dafür, dass die Spitze nie mehr als drei Minuten an Vorsprung bekam.
Im 16,1 Kilometer langen Schlussanstieg hinauf zum Monte Terminillo kam es zunächst zu zahlreichen Attacken aus der Spitzengruppe heraus, bevor sich Stortoni rund zehn Kilometer vor dem in Nebel gehüllten Ziel in Begleitung von Sörensen absetzen konnte. Zwei Kilometer später attackierte der 25-jährige Däne den Italiener und verteidigte seinen Vorsprung bis ins Ziel.



